Bulgarien: Jotowa führt bei Präsidentenstichwahl, Gegner räumt Niederlage ein
Erste Auszählungen sehen Interimspräsidentin Ilijana Jotowa vor Andrej Gjurow; das amtliche Endergebnis stand noch aus.
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Foto: Bjoertvedt / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 · Bildquelle · Lizenz: CC BY-SA 4.0Die ersten Ergebnisse der bulgarischen Präsidentenstichwahl vom 1. November deuten auf einen Sieg der amtierenden Interimspräsidentin Ilijana Jotowa gegen den ehemaligen Übergangsministerpräsidenten Andrej Gjurow hin. Nach vorläufigen, von Associated Press berichteten Zahlen erhielt Jotowa etwa 58 Prozent der Stimmen, Gjurow rund 38 Prozent. Gjurow räumte seine Niederlage ein, doch das endgültige amtliche Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Dieser Unterschied ist wichtig: Frühe Auszählungen und das Eingeständnis einer Niederlage zeigen den Trend, rechtlich verbindlich wird das Ergebnis aber erst durch die Wahlbehörden. Bei Bestätigung wäre Jotowa die erste Frau, die in Bulgarien zur Präsidentin gewählt wurde. Seit Januar führt sie das Amt bereits kommissarisch, nachdem Rumen Radew zurückgetreten war, um in die Parlamentspolitik zu wechseln. Das Präsidentenamt ist überwiegend repräsentativ, umfasst aber unter anderem die Rückverweisung von Gesetzen, die Ernennung von Botschaftern und die Vertretung des Landes im Ausland. Die Wahl fand vor dem Hintergrund von Sicherheitsbedenken im Schwarzen Meer nach Angriffen auf Handelsschiffe statt. Beide Kandidaten verurteilten die Angriffe, unterscheiden sich jedoch in ihrer Haltung zur Außenpolitik und zum Krieg in der Ukraine. Jotowa betont Diplomatie und nationale Interessen; Gjurow wird von proeuropäischen Reformkräften unterstützt und steht für Hilfe an die Ukraine. Das Ergebnis könnte das institutionelle Kräfteverhältnis beeinflussen. Nun stehen die amtliche Feststellung und weitere verfassungsmäßige Schritte an.