EZB lässt Zinsen unverändert und warnt vor Energiepreisrisiken
Die Europäische Zentralbank beließ am 29. Oktober alle drei Leitzinsen unverändert und verwies auf Risiken steigender Inflation und schwächeren Wachstums.
Bildnachweis und Lizenz
Foto: European Central Bank building, Frankfurt, © acediscovery, CC BY 4.0; archival photograph taken 19 July 2019. No modifications made. · Bildquelle · Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)Die Europäische Zentralbank hat ihre wichtigsten Zinssätze am 29. Oktober 2026 unverändert gelassen. Sie prüft weiterhin, welche Folgen höhere Energiepreise für die Wirtschaft des Euroraums haben könnten. Der Einlagensatz liegt bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Damit erklärt die Notenbank die Inflationsgefahren nicht für überwunden. Der EZB-Rat warnte, teurere Energie könne die Teuerung verstärken und gleichzeitig die Wirtschaft belasten. Zudem hätten sich die Finanzierungsbedingungen seit der vorigen Sitzung verschärft.
Mittelfristig strebt die EZB weiterhin eine Inflation von 2 Prozent an. Die zugrunde liegende Inflation sei bisher weitgehend stabil geblieben, und bei den Löhnen sei noch keine deutliche Reaktion auf den Energieschock zu erkennen. Umfang und Dauer dieses Schocks sowie indirekte Preiseffekte könnten die Aussichten aber verändern. Künftige Zinsentscheidungen sollen deshalb von neuen Wirtschafts- und Finanzdaten abhängen; einen festen Zinspfad sagte die Bank nicht zu.
Die EZB bestätigte außerdem, dass ihre Wertpapierbestände schrittweise sinken, weil Erlöse aus fällig werdenden Papieren nicht mehr reinvestiert werden. Ihre geldpolitischen Instrumente stehen bereit, falls Störungen die Übertragung der Geldpolitik gefährden. Für Haushalte und Unternehmen lautet die Botschaft: Die Leitzinsen bleiben vorerst stabil, doch Unsicherheit über Preise und Wachstum besteht fort.