Serbien steht nach dem Wahlsieg einer studentisch unterstützten Bewegung vor einem politischen Umbruch
Eine von Studierenden unterstützte Liste gewann die Parlamentsmehrheit in Serbien und steht nun vor der Regierungsbildung.
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Foto: Mister No / Wikimedia Commons / CC BY 3.0. Wikimedia 1280px resized version; no additional modifications by NOREVI. · Bildquelle · Lizenz: CC BY 3.0Serbien steht vor einem politischen Übergang: Bei der Parlamentswahl am 25. Oktober besiegten Kandidaten einer von Studierenden unterstützten Protestbewegung das mit Langzeitpolitiker Aleksandar Vučić verbundene Bündnis. Reuters berichtete am 26. Oktober, dass die Studentenliste nach Auszählung fast aller Stimmen 52,7 Prozent erreicht habe und damals mit 139 der 250 Parlamentssitze gerechnet wurde. Für das Regierungsbündnis wurden 39,2 Prozent und voraussichtlich 97 Sitze gemeldet. Diese Zahlen beziehen sich auf den damaligen Zählstand, nicht auf eine garantiert unveränderte spätere amtliche Bestätigung.
Die Bewegung entstand aus Protesten nach dem Einsturz eines Vordachs am Bahnhof von Novi Sad im November 2024, bei dem 16 Menschen starben. Demonstrierende forderten Rechenschaft und kritisierten Korruption sowie Schwächen staatlicher Institutionen. Daraus entwickelte sich eine bedeutende politische Kraft.
Ein Wahlsieg ist jedoch nicht dasselbe wie Regierungsfähigkeit. Die Koalition muss sich auf eine Regierungsführung einigen und ihre Versprechen zur Korruptionsbekämpfung in Gesetze, Personalentscheidungen und wirksame Kontrollen übersetzen. Auch ihre außenpolitische Linie dürfte genau beobachtet werden. Die Wahl markiert eine deutliche Veränderung, deren langfristige Folgen aber noch offen sind.